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Pressestimmen 2008

Märkische Oderzeitung (Kurt Dietmar Richter 18.8.2008)

GOSEN

„Begeisterter Beifall für den Diener zweier Herren“

 

Hier finden Sie den Link zur Märkischen Oderzeitung mit der ersten Resonanz auf die Premiere in Gosen.

 

Märkische Allgemeine (Ann Brünink 26.8.2008)

SCHAUSPIEL: Goldonis Truffaldino lebt!

„Theater in der Kirche“ brilliert im Brielower Gotteshaus mit „Der Diener zweier Herren“

 

BRIELOW - Goldonis Truffaldino ist quicklebendig. Davon konnten sich am Sonntagnachmittag etwa 80 Zuschauer in der Brielower Dorfkirche überzeugen. Sie erlebten die neue Inszenierung der Schauspieltruppe „Theater in der Kirche“, die den „Diener zweier Herren“ aufgeführt haben. Goldoni (1707–1793) hat mit diesem Stück die Commedia dell'arte reformiert, die feststehende Typen für das Theater vorgab. Statt starrer Charaktermasken bekamen seine Figuren lebendige, menschliche Züge.

 

Der Diener Truffaldino hat sich gleich bei zwei Arbeitgebern verdingt und muss trotzdem hungern. Natürlich bringt er alles heillos durcheinander und richtet großen Schaden an. Und das kam so: Der venezianische Kaufmann Pantalone hat eine schöne Tochter und will sie an einen reichen Mann verheiraten. Federigo Rasponi aus Turin scheint ein geeigneter Kandidat zu sein. Dumm nur, dass er bei einem Duell erstochen wurde. Also darf die Tochter Clarice zu ihrer großen Freude Silvio heiraten, den sie liebt. Da tritt Truffaldino auf und behauptet, Federigo sei nicht tot, denn er stehe ja in dessen Diensten und habe die Aufgabe, seinen Herrn bei Pantalone anzumelden. Mit Ausnahme des Wirtes Tebaldo ahnt niemand, dass in den Kleidern des tatsächlich getöteten Federigo seine Schwester Beatrice steckt. Die junge Frau will von Pantalone Geld einfordern, das dieser ihrem Bruder geschuldet hat, und nach ihrem Liebhaber Florindo fahnden, der des Mordes an ihrem Bruder verdächtig ist. Natürlich ist die Verwirrung groß und die Wellen der Emotionen schlagen hoch.

 

Auch für Truffaldino beginnen schwere Zeiten. Denn als er zufällig Florindo begegnet und der ihm anbietet, für ihn zu arbeiten, überlegt Truffaldino nicht lange und sagt zu. So werde er doppelten Lohn und doppeltes Essen erhalten, freut er sich. Doch es soll anders kommen. Florindo steigt im gleichen Gasthof wie Beatrice ab, nicht ahnend, dass die Gesuchte bereits dort wohnt. Und so schwebt Truffaldino ständig in Gefahr, dass sein Doppelspiel auffliegt. Behände hastet er hin und her.

 

Doch er wird den Anforderungen seiner beiden Herrschaften trotzdem nicht gerecht. Als Truffaldino auch noch Briefe falsch zustellt, weil er nicht lesen kann, hagelt es Hiebe.

 

Die Leiterin der Schauspielgruppe, Heidi Walier, hat das Stück so geschickt gekürzt, dass sie mit sechs Darstellern auskam, ohne die Struktur erheblich zu verändern.

 

„Aufzuwarten“ – so quittiert Truffaldino die Aufträge seiner beiden Herren. Der studierte Diplom-Psychologe Ulrich Klein versteht es hervorragend, die Ängste und Nöte des geplagten Dieners ins Bild zu setzen. Dem ehemaligen Tänzer fällt es gleichzeitig leicht, mit riesigen Sprüngen seine Treuherzigkeit zu beteuern oder seine Freude zu zeigen.

 

Sehenswert ist sein schüchternes Flirten mit Blandina (entzückend gespielt von Nadja Leonhard), der Bediensteten von Clarice, die selbst nicht in Erscheinung tritt. Ein wenig steif gibt Nicolas Walier den Florindo, Runa Abu Saleh spielt energisch die Hosenrolle der Beatrice. Dietmar Jank verkörpert den jovialen Wirt und Gernot Ernst als Pantalone kennt man schon aus früheren Rollen als raffgierigen Vater einer schönen Tochter.

 

Weitere Aufführungen unter anderem am 14. September um 15 Uhr in Krahne und am 10. Oktober um 19 Uhr in Wust .

 

Märkische Allgemeine 26.8.2008, Ann Brünink

 

Preussenspiegel (André Großmann 31.8.2008)


Gernot Ernst, Dietmar Jank, Nadja Leonhard, Ulrich Klein, Runa Abu Saleh und Nicolas Walier haben viel Spa

BRIELOW: EIN LÖFFEL ALS GEWEHR

Theaterstück „Diener zweier Herren“ überzeugte mit Humor und Verwechslungen

 

BRIELOW (man). Der Brunnen plätschert, das Scheinwerferlicht geht an und in der Brielower Dorfkirche herrscht Spannung. Fast hundert Gäste sind erschienen, um den „Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni zu sehen. Der Diener Truffaldino ist verzweifelt und sein Magen knurrt. Anfangs will der reiche venezianische Kaufmann Pantalone seine Tochter Clarice an Frederigo Rasponi aus Turin verheiraten. Doch der ist bei einem Degenduell gestorben. Jetzt darf Pantalones Tochter Clarice an Silvio verheiratet werden, den sie über alles liebt. Doch sie hat die Rechnung ohne Truffaldino gemacht, er taucht auf und behauptet, dass sein Herr lebt. Wenig später erscheint Rasponi. In Wahrheit jedoch ist es seine Schwester Beatrice, die sich in Männerkleider verhüllt hat. Sie fordert vom Kaufmann Geld, das dieser ihrem Bruder schuldet und sucht ihren Geliebten Florindo. Florindo taucht im gleichen Gasthof auf und bietet Truffaldino an, sein Diener zu werden. Er zweifelt an sich selbst, grummelt, überlegt, erhofft sich aber doppelten Lohn und reichlich Essen. „Wenn mich einer rauswirft, bin ich bei dem anderen noch angestellt, das ist gut“, denkt sich Ulrich Klein und gerät in ein Verwechslungsspiel. Der Bedienstete kann nicht verstehen, dass die Reichen nicht an geregelte Mahlzeiten denken. Beim Mittagessen im Gasthof wird sein Löffel zum Gewehr gegen den Hunger und er nascht vom Pudding seines Herrren. Andauernd muss Truffaldino Notlügen erfinden, um nicht aufzufliegen. Er gibt 200 Dukaten an Florindo weiter, vertauscht Briefe und erntet dafür schließlich Schläge. Das Verwirrspiel fliegt auf, als Truffaldino gesteht, dass er den zweiten Diener, der an allen Verfehlungen Schuld sein soll, nur erfunden hat. Beatrice und Florindo können nun heiraten. Alle fallen sich in die Arme. Die Schauspieltruppe „Theater in der Kirche“ führt das Stück zum zweiten Mal auf. Die Mitglieder erhalten keine Gage, der Eintritt erfolgt auf Spendenbasis, 400 Euro wurden gesammelt. „Wir müssen das Theater auch mal in kleine Örtchen holen, die Dörfer sind Jahre lang vernachlässigt worden“, meint Regisseurin Heidi Walier. Für sie sei das Gotteshaus mit der Schwedenlinde ein kulturträchtiger Ort und ideal für eine Aufführung.

 

Rezension im Preußenspiegel-online vom 31.8.2008, André Großmann

Märkische Oderzeitung (Thomas Berger 1.9.2008)


Foto: Thomas Berger

REITWEIN

„Verwirrspiel in der Stülerkirche“

 

Von Thomas Berger

REITWEIN Wer denkt, Zweit- und Drittjobs sind eine Erfindung der Neuzeit, irrt gewaltig. Schon in "Diener zweier Herren" ist von einer solchen Notwendigkeit die Rede, wenn der Verdienst nur einer Anstellung nicht ausreicht. Denn um seinen Hunger zu stillen, nimmt Truffaldino die Gelegenheit beim Schopfe, als ihm in Venedig ein Fremder über den Weg läuft, der einen Diener gut gebrauchen kann. Gleichwohl führt die Doppelbelastung zu Verwicklungen, die der Hauptheld nie vorausgesehen hätte.

 

Meisterhaft zusammengestrichen hat Regisseurin Heidi Walier den vielen wohlbekannten Stoff, der nun auch in der vollbesetzten Ruine der Stülerkirche Reitwein zur Aufführung gelangte. Tosenden Applaus erhielten die Darsteller und ihre Intendantin am Ende für eine reife Leistung. Vor allem Ulrich Klein in der Rolle des Truffaldino mit einerseits begrenztem Horizont, andererseits einer gehörigen Portion Bauernschläue hatte die Lacher oft auf seiner Seite. Ebenfalls mit großer Spielfreude agierten die anderen: Nadja Leonhard als Dienerin Blandina, Runa Abu Saleh als Beatrice, die sich als ihr getöteter Bruder verkleidet hat, sowie Nicolas Walier als ihr Liebhaber Florindo, der ohne ihr Wissen ebenfalls von Turin nach Venedig geflohen ist.

 

Advokat Pandolfo (Gernot Ernst), der in Beatrice tatsächlich den totgeglaubten Frederico Ras­poni sieht, dem er seine Tochter versprochen hatte, gerät in arge Bedrängnis. Denn letztere soll wiederum den Sohn von Wirt Tebaldo (Dietmar Jank) heiraten. Weil Truffaldino die Briefe verwechselt, die er für seine beiden Herren von der Post holte, nimmt das Verwirrspiel immer weiter seinen Lauf, um schließlich doch noch ein Happyend zu finden.

 

"Es hat mir sehr gut gefallen", sprach Dieter Christian aus Berlin den anderen Zuschauern wohl aus dem Herzen, und auch Torsten Masuk vom Kirchenförderverein Reitwein war mit dieser Darbietung im Rahmen des Kultursommers überaus zufrieden. Spaß macht es auch den Darstellern immer wieder. In der Ruine unter freiem Himmel zu spielen, war schön, aber auch schwierig, so Nadja Leonhard, die neben ihrer Rolle zudem Regieassistentin war. "Jede Kirche ist anders, und viel hängt von der Stimmung des Publikums ab. Außerdem war die Akustik hier in Reitwein sehr gut." Ihre Eltern waren übrigens sogar extra aus Berlin-Zehlendorf ins Oderbruch gekommen.

 

Märkische Oderzeitung, Mo. 01.9.2008 (16:36), Thomas Berger

 

Märkischer Markt (Thomas Berger 3.9.2008)


Live mit der Gitarre: Truffaldino (Ulrich Klein) und seine Blandina (Nadja Leonhard) bekommen sich am Ende doch noch. Im Hintergrund Gernot Ernst, der im St

REITWEIN: Bühnenspaß unter blauem Himmel

„Theater in der Kirche“ trat mit aktueller Inszenierung in Reitwein auf

REITWEIN. Für wen ist nun das Säckchen mit den 200 Dukaten bestimmt? Und wer hat beim Wirt spezielles Geflügel bestellt? Es ist schon nicht ganz einfach, wenn man für zwei Herren gleichzeitig arbeitet. Das hatte sich Truffaldino eben doch ein wenig einfacher vorgestellt. Nun aber scheitert er in zwei Situationen beispielsweise daran, dass er ja nicht einmal lesen kann. Für beide sollte er zum Posthause gehen und nach Briefen schauen – doch welche davon sind nun für wen bestimmt?

 

Es kommt, wie es kommen muss. Natürlich reicht der getreue Diener genau den falschen weiter, und das Verwirrspiel nimmt nun erst so richtig seinen Lauf. Etwas kompliziert ist die Lage ja schon zu Anfang. Da ist jener junge Herr aus Turin, in dessen Gefolge er hier in Venedig gelandet ist. Dass es sich eben nicht um Frederico Rasponi, sondern dessen Schwester Beatrice (Runa Abu Saleh) in Männerkleidern handelt, weiß zu diesem Zeitpunkt ja noch niemand. Und dann taucht da noch dieser Fremde, ebenfalls aus Turin auf, dem sich der unter Hunger leidende Truffaldino flugs ebenfalls seine Dienste anbietet. Es ist Florentino (Nicolas Walier), der Geliebte von Beatrice und angebliche Mörder deren Bruders, der geflohen ist.

 

Carlo Goldonis „Diener zweiter Herren gehört zu den Klassikern des europäischen Theaters. Und eben die sind es, welche das Ensemble von „Theater in der Kirche“ auf die Bühne bringen will. Schon seit nunmehr sieben Jahren. Eine Bühne, die ursprünglich nicht für solcherlei vorgesehen ist, denn die Inszenierungen erfolgen für eine Tournee, die durch einige der zahlreichen märkischen Dorfkirchen führt. Am vergangenen Wochenende war dabei Reitwein die aktuelle Station.

 

Die Ruine der kriegszerstörten Stülerkirche, eine spezielle Kulisse für den Ausflug nach Italien mit Irrtümer, Intrigen und mehreren Liebesgeschichten, die schließlich doch noch in einem Happyend münden. Selbst Advokat Pandolfo (Gernot Ernst) und Wirt Tebaldo (Dietmar Jank) können ihren zwischenzeitlich entfachten Streit beilegen und werden durch Heirat ihrer Kinder nun doch noch verwandt.

 

Bis dahin war es ein weiter Weg, auf dem das Publikum, die vorhandenen Sitzplätze bis auf den letzten besetzend, mitfiebern und mehr als einmal auch lachen darf. Schon Truffaldino selbst ist ein bauernschlauer Tollpatsch, der durch den Zweitjob noch in die merkwürdigsten Situationen gerät.

Nicht nur den Zuschauern, die sich in der Pause bei Wasser, Saft und Sekt erfrischen, macht das Spaß. Auch die sechs Darsteller sind mit sichtbarer Begeisterung bei der Sache. Nadja Leonhard, die nicht nur Dienerin Blandina spielt, sondern auch noch an der Seite von Intendantin Heidi Walier Regieassistenz macht, ist schon zum vierten Mal dabei. „Es ist schön, dass es ein soziales Projekt ist, weil wir damit die Kirchen beim Wiederaufbau unterstützen“, sagt sie. Jedes Gotteshaus sei anders zu bespielen, und die Stimmung hänge sowieso in erster Linie vom jeweiligen Publikum an. Dass über dem Kirchenschiff in Reitwein das Dach fehlt, macht die Darbietung open air zwar besonders reizvoll, aber auch etwas schwierig. Zum Glück habe die Stülerkirche eine sehr gute Akustik.

 

„Paragrafen-Lüstling“, schleudert der aufgebrachte Wort dem Advokaten entgegen. Doch es dauert nicht mehr lange, dann kann Florentino seine geliebte Beatrice küssend in die Arme schließen, während die in Liebe entflammten Truffaldino und Blandina einander bekommen und Tebaldos Sohn nun doch Pandolfos Tochter heiraten kann. Zwei Figuren, von denen immer nur indirekt die Rede ist. Heidi Walier hat das Stück auch ansonsten für die Möglichkeiten und Bedürfnisse meisterhaft zurechtgestutzt, und von Choreographie über Technik bis Bühnenbild ist ebenfalls alles Eigenleistung des kleinen Ensembles.

 

Sehr zufrieden war auch Torsten Masuk vom Reitweiner Kirchen-Förderverein. Im Rahmen des Kultursommers mit jährlich fünf bis sechs Veranstaltungen war dies ein besonderer Farbtupfer.

 

Märkischer Markt, 3.9.2008, Thomas Berger


Links: Imposantes Bauwerk:
Die ersten Theaterbesucher vor der St

Hintergründe des Projektes

Vor sieben Jahren entstand die Idee zu Theater in der Kirche. Heidi Walier wollte schon immer gern die Jeanne d‘ Arc vor einer solchen Kulisse spielen, und über eine Kollegin ihres Mannes stieß sie auf den Förderverein Alte Kirchen Berlin/Brandenburg. Mit dem arbeitet sie bis heute eng zusammen: Der Förderverein schlägt in der Regel die märkischen Gotteshäuser vor, die im Rahmen einer solchen Kulturaktion etwas zusätzliche Aufmerksamkeit besonders nötig haben. In manchen Orten waren die Schauspieler schon mehrfach, darunter auch Reitwein. „Es ist schön zu sehen, wenn es mit neuen Fenstern, erneuertem Turm oder neuem Dach überall weiter vorangeht“, freut sich die Initiatorin über die Erfolge. Auf manche reizvolle Spielstätte sind Waliers, die in Küstrin-Kietz ein Sommerhaus haben, auch durch Zufall unterwegs gestoßen.

 

Für 2008 war Premiere in Gosen, eine der nächsten Stationen ist am 20. September um 17 Uhr Hermersdorf. Danach geht es weiter ins Jerichower Land, nach Ostprignitz-Ruppin, Berlin-Zehlendorf und Biesenthal (Barnim) am 11. Oktober um 19 Uhr. Erstmals in der Projektgeschichte spielt das Ensemble vom 8. bis 11. September zudem auf Usedom in Ahlbeck, Bansin und Benz. Unter den bisherigen Inszenierungen waren schon Schillers „Kabale und Liebe“, Lessings „Minna von Barnhelm“ sowie die beiden Moliere-Stücke „Der eingebildete Kranke“ und „Der Geizige“. (bg)

Volksstimme (Stephen Zechendorf 29.9.2008)


Das Ensemble ?Theater in der Kirche? aus Brandenburg begeisterte am Freitagabend die Zuschauer im Brandensteiner Schloss.
Foto: Stephen Zechendorf

Gelungenes „Theater für die Kirche“ im Schloss Brandenstein

 

„Volles Haus und viel Applaus beim „Diener zweier Herren“

Krüssau/Brandenstein. Das Ensemble „Theater in der Kirche“ hat am Freitagabend im Schloss Brandenstein ein Gastspiel gegeben. „Diener zweier Herren“, so der Titel der Komödie des italienischen Dramatikers Carlo Goldoni, das 1746 in Mailand uraufgeführt wurde. Die Regisseurin Heidi Walier vom Ensemble „Theater in der Kirche“ hat – so verrät es das Programmheft – den Original-Text auf die wesentliche Handlung gekürzt und „überlässt es bewusst dem einzelnen Zuschauer, aktuelle Bezüge und sich selbst im Stück wiederzufinden.“ Zunächst aber fanden sich die Besucher am Freitagabend im eigens dazu leer geräumten Salon des Schlosses Brandenstein wieder. Hierhin hatte man den Aufführungsort verlegt. Oder vielmehr: verlegen müssen. Die Erklärung dazu lieferten vor Beginn des Stückes die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Krüssau/Brandenstein, Dietlind von Arnim und ihre Schwägerin Gisela von Arnim als Hausherrin: „Wir haben in unserer Kirche einen schönen Altar, der zwar imposant, aber eben auch unverrückbar ist. Das sorgte im Falle der geplanten Theateraufführung für Platzprobleme.“

 

Erster Abstecher über die Landesgrenze

Aus dieser Not hatten Gisela und Bernd von Arnim, die Bewohner des Schlosses Brandenstein, ihre Räumlichkeiten angeboten. So wurde aus dem „Theater in der Kirche“ eben ein „Theater für die Kirche“. Denn die Spenden aus dem kostenlosen Kulturerlebnis kommen die je zur Hälfte einerseits dem Erhalt der Krüssauer Kirche wie auch der Brandensteiner Kapelle und andererseits dem engagierten Theaterverein zugute, informierte Dietlind von Arnim. Gerne wolle man überdenken, diesem gelungenen Auftakt weitere Kulturdarbietungen folgen lassen, so die Gemeindekirchenratsvorsitzende.

Brandenstein war der einzige Abstecher der Theater-Truppe nach Sachsen-Anhalt, freuten sich die Veranstalter, aber man lebe ja schließlich in einer gemeinsamen Kulturlandschaft. Weitere Vorstellungen der diesjährigen Tour finden in Kirchen Berlins, Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns statt. Bei solch einem Auftritt hatten die Krüssauer die Künstler erlebt und wegen eines Gastspiels angefragt, erklärte Gemeindekirchenratsmitglied Bernhard Becker.

In dem Stück „Der Diener zweier Herren“ geht es um den Diener Truffaldino, der aus der Not heraus gezwungen ist, sich bei gleich zwei Herren zu verdingen. Das führt zu allerlei Verwirrungen und Komplikationen....

Überzeugend und sympathisch spielten Uli Klein (Truffaldino), Nadja Leonhard (Blandina), Gernot Ernst (Kaufmann Pandolfo), Nico Walier (Florindo), Runa Abu Saleh (Beatrice) und Dietmar Jank (Wirt Tebaldo).

Zum Abschluss des Theaterstückes gab es neben dem verdienten Applaus des begeisterten Publikums für die Schauspieler auch noch einen zweiten Grund zu Glückwunschbekundungen: Die Regisseurin Heidi Walier hatte Geburtstag.

Das Ensemble „Theater in der Kirche“ besteht aus Schauspielschülern und Theaterprofis mit Erfahrungen von großen Bühnen, Film- und Fernsehproduktionen. Hinter den Kulissen arbeiten ehrenamtlich Techniker, Beleuchter und Organisatoren.

Der Verein wurde 2004 gegründet, um das kulturelle Leben in dörflichen Gemeinschaften zu pflegen und Kirchen als kulturelle Begegnungsstätten zu erhalten.

www.theater-in-der-kirche.de

 

Volksstimme/Burger Rundschau, 29.9.2008, Stephen Zechendorf