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Dorfkirche Reitwein (Märkisch-Oderland)

Termin: Sa. 30.08.2008, 15:00 Uhr
Ansprechpartner: Frau Masuck
Telefon: 033601 - 3055
   
Adresse: 15328 Reitwein
Lage:  

Die Stüler-Kirche

Quelle: www.amt-lebus.de

Die rote Backsteinkirche steht am Fuß der Reitweiner Berge, umgeben von alten Laubbäumen. August Stüler, ein Schüler Schinkels, hat die denkmalgeschützte Kirche im neogotischen Stil entworfen. Zwischen 1855 und 1858 war die Kirche auf Initiative von Graf Rudolf Finck von Finckenstein erbaut worden.

 

Im Bauwerk sind 63 verschiedene Formsteine verarbeitet, die in einer Reitweiner Ziegelei hergestellt wurden. Theodor Fontane hat diese Kirche so stark beeindruckt, dass er sie zeichnete. Die Kirche wurde bei den Kämpfen 1945 stark beschädigt.

 

Nach Kriegsende blieb eine Ruine übrig, die in den 70er Jahren gesprengt werden sollte. Dank der Bemühungen des Gemeindekirchenrates kam es dazu nicht. Inzwischen sind erste Sanierungsarbeiten abgeschlossen und auch der 46 Meter hohe Turm mit Uhren und Glocken ist in alter Pracht fertiggestellt.

Ausflugsziele

Der Reitweiner Sporn mit:

  • der neogotischen Stülerkirche
  • der schönen Aussicht mit weitem Blick nach Polen
  • der slawischen Burgwallanlage aus dem 7. Jahrhundert
  • dem Shukow- Befehlsstand 1945
  • den Naturschutzgebieten "Zeisigberg" und "Priesterschlucht"
  • verschiedenen Wanderwegen

Die Oder mit:

  • der naturbelassenen Auenlandschaft
  • der Diplomatentreppe
  • dem Gedenkstein Hochwasser 1997
  • dem Gedenkstein Dammbruch 1947

Reitwein mit:

  • verschiedenen Kriegsgräberstätten 1870/71, 1914 und 1945
  • einem Einzelgrab eines abgeschossenen Piloten
  • dem ältesten Damm im Oderbruch aus dem 16. Jahrhundert
  • einem Kinderspielplatz
  • der Reitweiner Wiesenkeramik
  • dem kirchlichen Rüstzeitenheim (siehe auch www.Reitwein.de)
  • mehreren Pensionen
  • der Ausflugsgaststätte "Zum Heiratsmarkt" mit Information und Fahrradverleih
  • Stützpunkt Oderlandrad

Wander-, Rad- und Reitwege

  • Europawanderweg E 11 von Holland über Berlin in die Masuren
  • Wanderweg "Schönes Oderland" von Küstrin-Kietz über den Reitweiner Sporn nach Frankfurt (Oder) (von Grenzübergang zu Grenzübergang)
  • Reitwein Rundwanderweg "Shukower Befehlsstand"
  • Reitwein Rundwanderweg "Reitweiner Sporn"
  • Reitwein Rundwanderweg "Dammhaus/Diplomatentreppe"
  • Reitwein Rundwanderweg "Dammhaus/Reitwein/Trift"
  • Theodor-Fontane-Radweg TF von Küstrin-Kietz über Reitwein, Mallnow nach Seelow (Route 13)
  • Oder-Neiße-Radweg
  • Radwanderweg Lebus-Mallnow-Reitwein-Lebus
  • Reit- und Kutschweg Fernroute 2 (F 2) Hohenwutzen – Frankfurt (Oder)
  • Reit- und Kutschweg Hauptroute (H 6) Lietzen – Reitwein

Weitere Informationen

Ausflugsgaststätte "Zum Heiratsmarkt"

Triftweg 3, 15328 Reitwein

Tel.: 033601/3174

Internet: www.zum-heiratsmarkt-reitwein.de

Öffnungszeiten: Mi. – So. und feiertags ab 11.30 Uhr

Pressestimmen zum Auftritt 2008

Märkischer Markt (Thomas Berger 3.9.2008)


Live mit der Gitarre: Truffaldino (Ulrich Klein) und seine Blandina (Nadja Leonhard) bekommen sich am Ende doch noch. Im Hintergrund Gernot Ernst, der im St

REITWEIN: Bühnenspaß unter blauem Himmel

„Theater in der Kirche“ trat mit aktueller Inszenierung in Reitwein auf

REITWEIN. Für wen ist nun das Säckchen mit den 200 Dukaten bestimmt? Und wer hat beim Wirt spezielles Geflügel bestellt? Es ist schon nicht ganz einfach, wenn man für zwei Herren gleichzeitig arbeitet. Das hatte sich Truffaldino eben doch ein wenig einfacher vorgestellt. Nun aber scheitert er in zwei Situationen beispielsweise daran, dass er ja nicht einmal lesen kann. Für beide sollte er zum Posthause gehen und nach Briefen schauen – doch welche davon sind nun für wen bestimmt?

 

Es kommt, wie es kommen muss. Natürlich reicht der getreue Diener genau den falschen weiter, und das Verwirrspiel nimmt nun erst so richtig seinen Lauf. Etwas kompliziert ist die Lage ja schon zu Anfang. Da ist jener junge Herr aus Turin, in dessen Gefolge er hier in Venedig gelandet ist. Dass es sich eben nicht um Frederico Rasponi, sondern dessen Schwester Beatrice (Runa Abu Saleh) in Männerkleidern handelt, weiß zu diesem Zeitpunkt ja noch niemand. Und dann taucht da noch dieser Fremde, ebenfalls aus Turin auf, dem sich der unter Hunger leidende Truffaldino flugs ebenfalls seine Dienste anbietet. Es ist Florentino (Nicolas Walier), der Geliebte von Beatrice und angebliche Mörder deren Bruders, der geflohen ist.

 

Carlo Goldonis „Diener zweiter Herren gehört zu den Klassikern des europäischen Theaters. Und eben die sind es, welche das Ensemble von „Theater in der Kirche“ auf die Bühne bringen will. Schon seit nunmehr sieben Jahren. Eine Bühne, die ursprünglich nicht für solcherlei vorgesehen ist, denn die Inszenierungen erfolgen für eine Tournee, die durch einige der zahlreichen märkischen Dorfkirchen führt. Am vergangenen Wochenende war dabei Reitwein die aktuelle Station.

 

Die Ruine der kriegszerstörten Stülerkirche, eine spezielle Kulisse für den Ausflug nach Italien mit Irrtümer, Intrigen und mehreren Liebesgeschichten, die schließlich doch noch in einem Happyend münden. Selbst Advokat Pandolfo (Gernot Ernst) und Wirt Tebaldo (Dietmar Jank) können ihren zwischenzeitlich entfachten Streit beilegen und werden durch Heirat ihrer Kinder nun doch noch verwandt.

 

Bis dahin war es ein weiter Weg, auf dem das Publikum, die vorhandenen Sitzplätze bis auf den letzten besetzend, mitfiebern und mehr als einmal auch lachen darf. Schon Truffaldino selbst ist ein bauernschlauer Tollpatsch, der durch den Zweitjob noch in die merkwürdigsten Situationen gerät.

Nicht nur den Zuschauern, die sich in der Pause bei Wasser, Saft und Sekt erfrischen, macht das Spaß. Auch die sechs Darsteller sind mit sichtbarer Begeisterung bei der Sache. Nadja Leonhard, die nicht nur Dienerin Blandina spielt, sondern auch noch an der Seite von Intendantin Heidi Walier Regieassistenz macht, ist schon zum vierten Mal dabei. „Es ist schön, dass es ein soziales Projekt ist, weil wir damit die Kirchen beim Wiederaufbau unterstützen“, sagt sie. Jedes Gotteshaus sei anders zu bespielen, und die Stimmung hänge sowieso in erster Linie vom jeweiligen Publikum an. Dass über dem Kirchenschiff in Reitwein das Dach fehlt, macht die Darbietung open air zwar besonders reizvoll, aber auch etwas schwierig. Zum Glück habe die Stülerkirche eine sehr gute Akustik.

 

„Paragrafen-Lüstling“, schleudert der aufgebrachte Wort dem Advokaten entgegen. Doch es dauert nicht mehr lange, dann kann Florentino seine geliebte Beatrice küssend in die Arme schließen, während die in Liebe entflammten Truffaldino und Blandina einander bekommen und Tebaldos Sohn nun doch Pandolfos Tochter heiraten kann. Zwei Figuren, von denen immer nur indirekt die Rede ist. Heidi Walier hat das Stück auch ansonsten für die Möglichkeiten und Bedürfnisse meisterhaft zurechtgestutzt, und von Choreographie über Technik bis Bühnenbild ist ebenfalls alles Eigenleistung des kleinen Ensembles.

 

Sehr zufrieden war auch Torsten Masuk vom Reitweiner Kirchen-Förderverein. Im Rahmen des Kultursommers mit jährlich fünf bis sechs Veranstaltungen war dies ein besonderer Farbtupfer.

 

Märkischer Markt, 3.9.2008, Thomas Berger


Links: Imposantes Bauwerk:
Die ersten Theaterbesucher vor der St

Märkische Oderzeitung (Thomas Berger 1.9.2008)


Foto: Thomas Berger

REITWEIN

„Verwirrspiel in der Stülerkirche“

 

Von Thomas Berger

REITWEIN Wer denkt, Zweit- und Drittjobs sind eine Erfindung der Neuzeit, irrt gewaltig. Schon in "Diener zweier Herren" ist von einer solchen Notwendigkeit die Rede, wenn der Verdienst nur einer Anstellung nicht ausreicht. Denn um seinen Hunger zu stillen, nimmt Truffaldino die Gelegenheit beim Schopfe, als ihm in Venedig ein Fremder über den Weg läuft, der einen Diener gut gebrauchen kann. Gleichwohl führt die Doppelbelastung zu Verwicklungen, die der Hauptheld nie vorausgesehen hätte.

 

Meisterhaft zusammengestrichen hat Regisseurin Heidi Walier den vielen wohlbekannten Stoff, der nun auch in der vollbesetzten Ruine der Stülerkirche Reitwein zur Aufführung gelangte. Tosenden Applaus erhielten die Darsteller und ihre Intendantin am Ende für eine reife Leistung. Vor allem Ulrich Klein in der Rolle des Truffaldino mit einerseits begrenztem Horizont, andererseits einer gehörigen Portion Bauernschläue hatte die Lacher oft auf seiner Seite. Ebenfalls mit großer Spielfreude agierten die anderen: Nadja Leonhard als Dienerin Blandina, Runa Abu Saleh als Beatrice, die sich als ihr getöteter Bruder verkleidet hat, sowie Nicolas Walier als ihr Liebhaber Florindo, der ohne ihr Wissen ebenfalls von Turin nach Venedig geflohen ist.

 

Advokat Pandolfo (Gernot Ernst), der in Beatrice tatsächlich den totgeglaubten Frederico Ras­poni sieht, dem er seine Tochter versprochen hatte, gerät in arge Bedrängnis. Denn letztere soll wiederum den Sohn von Wirt Tebaldo (Dietmar Jank) heiraten. Weil Truffaldino die Briefe verwechselt, die er für seine beiden Herren von der Post holte, nimmt das Verwirrspiel immer weiter seinen Lauf, um schließlich doch noch ein Happyend zu finden.

 

"Es hat mir sehr gut gefallen", sprach Dieter Christian aus Berlin den anderen Zuschauern wohl aus dem Herzen, und auch Torsten Masuk vom Kirchenförderverein Reitwein war mit dieser Darbietung im Rahmen des Kultursommers überaus zufrieden. Spaß macht es auch den Darstellern immer wieder. In der Ruine unter freiem Himmel zu spielen, war schön, aber auch schwierig, so Nadja Leonhard, die neben ihrer Rolle zudem Regieassistentin war. "Jede Kirche ist anders, und viel hängt von der Stimmung des Publikums ab. Außerdem war die Akustik hier in Reitwein sehr gut." Ihre Eltern waren übrigens sogar extra aus Berlin-Zehlendorf ins Oderbruch gekommen.

 

Märkische Oderzeitung, Mo. 01.9.2008 (16:36), Thomas Berger

 

Fotos vom Auftritt 2008

Hier finden Sie auch Fotos, die wir vor, während und nach dem Auftritt aufgenommen haben. Die Bilder können Sie zum Vergrößern anklicken.

Reitwein 30.8.2008, Der Diener zweier Herren